Musica Sacra International Internationaler Kammerchor-Wettbewerb Marktoberdorf Chor- und Musikverband Achordas Allgemeiner Cäcilien-Verband für Deutschland Arbeitskreis Musik in der Jugend e.V. Chorverband in der Evangelischen Kirche in Deutschland Internationaler Arbeitskreis für Musik e.V. Pueri Cantores Verband Deutscher KonzertChöre e.V. Musica International
Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände e.V.

Parlamentarischer Abend mit Staatsministerin Grütters in Berlin

„Die Amateurmusik ist mir wirklich ein Herzensanliegen“, bekannte Prof. Monika Grütters beim parlamentarischen Abend am 9. Oktober in der Bundeshauptstadt, „... nicht zuletzt deshalb, weil sie es schafft, Menschen zusammenzubringen.“ Die Dachverbände BDMV (Blas- und Spielleutemusik), BDO (Orchester) und BDC (Chöre) hatten gemeinsam Bundestagsabgeordnete und Verbandsvertreter zum Gedankenaustausch in die bayrische Landesvertretung eingeladen. Bei musikalischen Kostproben und kulinarischen Kleinigkeiten gab es jede Menge gute Laune, Begegnungen und Gespräche zwischen Politik und Musik. Auch hier brachte sie also erkennbar erfolgreich Menschen zusammen. (Fotos 1, 3, 4: Frank Ossenbrink, Foto 2: ND, komplette Bildergalerie)

In ihrem Redebeitrag bezeichnete die Staatsministerin für Kultur und Medien die vielen tausend Amateurorchester, -chöre und -ensembles als wichtiges Bindeglied unserer Gesellschaft, die zugleich die „kulturelle Grundversorgung“ in Deutschland sicherstellten. Trotz der Kulturhoheit der Länder hat der Bund, so Grütters, doch die Verantwortung für die Rahmenbedingungen dieses Musizierens und dafür, die Amateurmusik und ihre rund 14 Millionen Aktiven ins öffentliche und politische Bewusstsein zu bringen. Darum finanziert er einzelne herausgehobene Projekte wie beispielsweise die Tage der Chor- und Orchestermusik. Grütters verwies auch auf die Kulturstiftung des Bundes als (Ko-) Finanzierer für ausgewählte Kulturarbeit insbesondere in ländlichen Räumen.

Kunst und Musik verändern sich, führte Monika Grütters weiter aus, und mit ihr die Bedürfnisse der Menschen. Sie ermunterte die Verbände der Amateurmusik, noch stärker zusammenzuarbeiten. Daran knüpfte Ernst Burgbacher, amtierender Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Chor- und Orchesterverbände, nahtlos an und kündigte an, dass die gute Kooperation von BDC und BDO demnächst in die Gründung eines neuen, gemeinsamen Dachverbands der Amateurmusik münden werde, der gerne Ansprechpartner für Politik und Öffentlichkeit in Sachen Chor- und Orchestermusik ist.


"Extrem hohes Niveau" beim Deutschen Chorwettbewerb in Freiburg

Mit Bekanntgabe der Wertungsergebnisse und der Verleihung der Preise sind am 8. Mai der erste und am 12. Mai der zweite Teil des Deutschen Chorwettbewerbs 2018 zu Ende gegangen. Insgesamt 116 Ensembles aus der ganzen Bundesrepublik hatten sich zuvor in Landeswettbewerben für diese quasi offizielle „Deutsche Meisterschaft“ des Deutschen Musikrates qualifizert, die vom 5. bis 13. Mai in Freiburg i.Br. stattfand. 

Der Gesamtjuryvorsitzende Prof. Jürgen Budday (Foto: Jan Karow/DMR) attestierte der Szene denn auch ein, so wörtlich, „extrem hohes Niveau“. Das gilt nicht nur, aber insbesondere auch für die „Königsdisziplin“ der gemischten Kammerchöre mit maximal 36 Mitgliedern (A1). Hier gab es für den Kammerchor Josquin des Préz aus Leipzig und den Kammerchor der Musikhochschule Mannheim gleich zwei 1. Plätze. Beide hatten 24,0 von 25,0 möglichen Punkten und damit das beste Wertungsergebnis aller Kategorien im Wettbewerb ersungen. Die Plätze 2 und 3 wurden ebenfalls jeweils zweifach vergeben. Und auch bei den Pop- und Jazzchören (G1) kamen zwei Ensembles, der Jazzchor der Uni Bonn (24,0) und Pop-Up Detmold (23,8), auf Platz 1, zwei auf Platz 2 und sogar drei auf Platz 3. Zwei 1. Plätze wurden auch bei den großen gemischten Chören vergeben (A2): an den Kammerchor der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (24,0) und an den via-nova-chor München (23,8 Punkte). Alle Ergebnisse aller Kategorien mit allen Details zum Download.


Bundespräsident Steinmeier überreichte die erste Zelter-Plakette 2018

Der Winkeler Frauenchor aus dem Rheingau erhielt als erster Chor des Jahres die Zelter-Plakette

Mit einem Festakt hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 11. März 2018 in Bad Homburg den Winkeler Frauenchor Gegr. 1918 für sein 100-jähriges musikalisches Wirken ausgezeichnet und ihm die Zelter-Plakette feierlich überreicht. Es ist die erste Verleihung des Jahres 2018. Die Zeremonie erfolgte stellvertretend für 39 weitere Chöre, die die Plakette in den folgenden Monaten erhalten werden.

In gleicher Weise überreichte Steinmeier die erste von insgesamt 14 Pro Musica-Plaketten für 100 Jahre wirkende Instrumentalensembles an den Musikverein Viktoria 08 Ober-Roden. In seiner Rede (beide Fotos: Heiko Rhode) betonte das deutsche Staatsoberhaupt besonders den verbindenden Charakter des Musizierens: „Wenn ein Stück Musik nach langen Proben gelingt, dann stellt sich dieses Gefühl von Einheit wohl ein, das Empfinden, teilzuhaben an einer sinnvollen Ordnung, an Gemeinschaft. Und daraus – wenn’s gut geht – entsteht etwas, das den meisten Menschen ein Grundbedürfnis ist: Harmonie nämlich. Mehr als ein gutes Gefühl, vielmehr Quelle von Freude und Glück! Und wer nach dem Grund fragt, warum in diesem Land mehr als zwei Millionen Menschen in Chören singen und knapp 1,5 Millionen in Laienorchestern musizieren: Diese Erfahrung gehört zu den möglichen Antworten.“ Die vollständige Ansprache des Bundespräsidenten ist hier nachzulesen.

Der Festakt war Höhe- und zugleich Schlusspunkt der Tage der Chor- und Orchestermusik, die die hessische Stadt anlässlich der Plakettenverleihung zum Singen und Klingen gebracht hatten. Über drei Tage hinweg präsentierten die veranstaltenden Verbände BDO und BDC einer breiten Öffentlichkeit das ganze Spektrum der vokalen und instrumentalen Amateurmusik in Deutschland. Das Bild (Foto: Nina Gerlach) zeigt beispielhaft den LaCappella-Kinderchor bei der "Nacht der Musik" in der Marienkirche. Bericht über die Gesamtveranstaltung in Bad Homburg sowie ausführlich Fotogalerie.

Den Besuch des Bundespräsidenten und insbesondere seine Begegnung mit dem Jugendchor Hochtaunus schildert der TV-Beitrag der hessenschau im HR.


Dachverband der Chöre hat neue Führung

Die BDC hat einen neuen Präsidenten und Vizepräsidenten. Bei der turnusmäßigen Sitzung des Präsidiums am 9. März 2018 wählten die sieben bundesweit agierenden Chorverbände, die sich in der Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände zusammengeschlossen haben, Christian Finke und Matthias Balzer an die Spitze ihres Dachverbandes.

Nach sieben Jahren im Amt des Präsidenten gab Prof. Dr. Hans Jaskulsky die Führungsfunktion ab, bleibt aber Mitglied des BDC-Präsidiums. Sein bisheriger Stellvertreter, KMD Christian Finke, tritt die Nachfolge an und stellt damit die Kontinuität in der Arbeit des Verbandes und seiner Leitung sicher. Neuer Vizepräsident ist Matthias Balzer, der dem Präsidium seit 2013 angehört.

Christian Finke ist Kantor in Berlin-Steglitz und steht als Präsident dem Chorverband der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und dem Chorverband in der Evangelischen Kirche in Deutschland (CEK) vor. Als Dozent für Hymnologie an der Universität der Künste Berlin unterrichtet er seit über dreißig Jahren kirchenmusikalischen Nachwuchs. 2012 erhielt er die Geschwister-Mendelssohn-Medaille für herausragende Verdienste um das Chorleben in der Bundeshauptstadt. Seit 2017 ist Finke Präsidiumsmitglied des Deutsches Musikrates. Er sucht stets das Gemeinsame und Verbindende mit anderen Gruppen und Institutionen. Schwerpunkte seiner Arbeit sind Kinder- und Jugendchöre, zeitgenössische Chormusik und der internationale Austausch von Chören.

Matthias Balzer ist Referent für die Kirchenmusik in der Diözese Trier und leitet die dortige Bischöfliche Kirchenmusikschule. Seit 2007 ist er Präsident des Deutschen Chorverbandes Pueri Cantores und seit 2017 Vizepräsident der weltweiten Foederatio Internationalis Pueri Cantores (FIPC).

Die Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände ist die übergreifende Dachorganisation von sieben kirchlichen und weltlichen, bundesweit tätigen Chorverbänden mit rund 850.000 aktiven Sängerinnen und Sängern in 40.000 Chören. Sie wurde bereits 1952 als „Arbeitsgemeinschaft Deutscher Chorverbände“ gegründet und ist Plattform für Vernetzung und Kooperation der Chöre und Verbände. Der Internationale Kammerchor-Wettbewerb Marktoberdorf und Musica Sacra International sind Projekte der BDC. Die BDC vertritt von ihrer Berliner Geschäftsstelle aus die Interessen der Chormusik in ihrer ganzen Vielfalt im In- und Ausland. Gemeinsam mit ihrem Schwesterverband, der Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände e.V. (BDO) ist die BDC Ansprechpartner von Politik und Öffentlichkeit in den Belangen des Amateurmusizierens in Deutschland. 


Förderprogramm für Chöre und Orchester gestartet

5 Mio. Euro aus "Kultur macht stark" für vokale und instrumentale Musikprojekte

Für das millionenschwere Förderprogramm „Musik für alle!“ von BDO und BDC ist der Startschuss gefallen. Die Online-Datenbank, in der die Förderanträge gestellt werden, wurde soeben live geschaltet. Die Frist für die erste von drei Antragsrunden dieses Jahres endet bereits am 15. März, so dass die Kinder und Jugendlichen im Rahmen des Programms zum 1. Mai 2018 mit dem Musikmachen beginnen können.

Unter dem Namen „Musik für alle!“ realisieren die beiden großen Dachverbände des Amateurmusizierens in Deutschland das Programm gemeinsam. Die Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände e.V. (BDO) und die Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände e.V. (BDC) wollen damit Kindern und Jugendlichen den Zugang zu kultureller Bildung ermöglichen, indem diese mit dem Erlernen eines Instrumentes oder durch das gemeinschaftliche Singen die Freude am Musizieren entdecken. Dafür stehen bis 2022 fünf Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung. „Musik für alle!“ ist Teil des umfassenden Programms „Kultur macht stark – Bündnisse für Bildung“ des Bundesbildungsministeriums.

Informationsbroschüre erschienen

Ein neu entwickeltes Booklet macht mit anschaulichen Grafiken deutlich, welche Aktivitäten im Einzelnen gefördert werden können, was im Vorfeld zu beachten ist und welche Hilfestellungen es gibt. Das 24-seitige Heft ist in den Geschäftsstellen von BDC und BDO erhältlich und steht auch online zum Download bereit.


Amateurmusik gestärkt im Deutschen Musikrat

KMD Christian Finke und Rolf Bareis neu im DMR-Präsidium

Bei den Wahlen zum Präsidium des Deutschen Musikrates am 21. Oktober 2017 haben die Mitglieder den Kirchenmusikdirektor Christian Finke und Rolf Bareis (neben zwölf weiteren Kolleginnen und Kollegen) in das Gesamtpräsidium des Deutschen Musikrates (DMR) gewählt. Die beiden waren von der Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände (BDC) bzw. der Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände (BDO), den beiden partnerschaftlich verbundenen Dachverbänden des Amateurmusizierens in Deutschland, nominiert worden. 

Der Berliner Finke ist Präsident des Chorverbandes der Evangelischen Kirche, der Württemberger Bareis Pfarrer und Leitender Obmann des Evangelischen Posaunendienstes in Deutschland. So ganz nebenher geben Finke und Bareis künftig also auch der Kirchenmusik eine starke Stimme im Musikrat. 


Enge Kooperation von BDC und BDO vereinbart

Die beiden großen Dachverbände der Amateurmusik in Deutschland wollen künftig enger zusammenarbeiten. Die Präsidenten der Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände (BDC) und der Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände (BDO) haben Mitte Dezember im neuen BDC-Büro in Berlin eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, die die Aufgabenverteilung zwischen beiden Geschäftsstellen in der Hauptstadt und in Trossingen neu regelt und dabei spürbare Synergiepotenziale erschließt. Ziel ist es, die Wahrnehmung von Chor- und Orchestermusik in Politik und Öffentlichkeit zu verbessern und die Mitgliedsverbände des vokalen und instrumentalen Amateurmusizierens stärker miteinander zu vernetzen.

In der BDC und der BDO sind insgesamt 18 bundesweit tätige Chor- bzw. Orchesterverbände zusammengeschlossen, die sowohl das weltliche als auch das kirchliche Amateurmusizieren vertreten. Gemeinsam repräsentieren sie rund zwei Millionen aktive Musikerinnen und Musiker in 70.000 den einzelnen Mitgliedsverbänden angeschlossenen Ensembles.


Musizieren mit älteren Menschen

1.000 Teilnehmer beim Deutschen Musiktreffen 60plus

Es gibt reichlich Argumente dafür, in der nachberuflichen Lebensphase regelmäßig Musik zu machen. Sie gelten für das Orchestermusizieren gleichermaßen wie für das Chorsingen: Singen und Instrumentalspiel in Gemeinschaft ...

  • beugen durch regelmäßige freundschaftliche Kontakte drohender Einsamkeit vor,
  • stellen fordernde, geistig anregende Aufgaben, die Freude bereiten,
  • wecken Lebensenergie und Willenskraft,
  • halten Hör- und Sehsinn wach, zusätzlich bei Instrumentalisten den Tastsinn.

Vom 16. bis 18. September kamen rund 1.000 Teilnehmer in Bad Kissingen zum Deutschen Musiktreffen 60plus zusammen: 11 Vokal- und 18 Instrumentalensembles aus allen Teilen der Republik sowie einzelne Musiker, Verbands- und Vereinsvertreter, Dirigenten und Musikpädagogen. Das Bild (Foto: Niklas Dörr) gibt nur einen kleinen, aber markanten Ausschnitt der drei Tage wieder: Mit Literatur zwischen Hilde Knef und Michael Jackson und mit ihrer mitreißenden Bühnenpräsenz rockten die "German Silver Singers" das Kurbad regelrecht! Senioren hin oder her – "alt" kann man das definitiv nicht nennen!

Hier gibt's einen ausführlichen Nachbericht über die Gemeinschaftsveranstaltung der Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände und der Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände. Und wer das Programmheft noch einmal nachlesen möchte, kann es nachfolgend downloaden:

Gesamtprogramm Deutsches Musiktreffen 60plus

Chormusik und Migration

Studienergebnisse als Buch erschienen

Dass das Singen in einem Chor gesellschaftliche Teilhabe bedeutet, steht außer Frage. Wer singt, hat Spaß und Kontakte mit anderen. Mit der Untersuchung "Chormusikkultur und Migrationsgesellschaft" hat der AMJ umfassend dargelegt, wie Kinder- und Jugendchöre als Orte des Kulturtransfers funktionieren. Die Ergebnisse dokumentiert ein Buch, das im Frühjahr 2016 erschienen und auch als pdf-Datei online erhältich ist. Details des von BDC-Präsidiumsmitglied Dr. Karl Ermert geleiteten und von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien finanzierten Projektes sind auf der Website des AMJ nachzulesen. Dort kann das Buch auch gleich kostenfrei heruntergeladen werden.