Musica Sacra International Internationaler Kammerchor-Wettbewerb Marktoberdorf Chor- und Musikverband Achordas Allgemeiner Cäcilien-Verband für Deutschland Arbeitskreis Musik in der Jugend e.V. Chorverband in der Evangelischen Kirche in Deutschland Internationaler Arbeitskreis für Musik e.V. Pueri Cantores Verband Deutscher KonzertChöre e.V. Musica International
Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände e.V.
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DIE ATELIERS

Musica Sacra International ist ein Begegnungsfest der fünf großen Weltreligionen.

Haben Sie schon einmal persische Lieder gesungen oder sich mit jüdischer Synagogalmusik befasst? Kennen Sie die erste indische Vertonung alter Mantras für Chöre. Den Klang gregorianischer Gesänge hat man im Ohr, aber selber singen?

Vier Ateliers unter der Leitung hochkarätiger Dozenten bieten diese Möglichkeit:

  • Gregorianik - David Eben, Prag (CZ)
  • Jüdische Synagogalmusik - Prof. Andor Izsák, Hannover (D)
  • Persischer Gesang Maryam Akhondy, Köln (D) / Teheran (IR)
  • Choral Mantras - Ganesh Kumar (IN), Nicol Matt (D)

Die Ateliers finden von Samstag, 14.5., bis Dienstag, 17.5., jeweils vormittags von 10 - 12:30 Uhr in der Bayerischen Musikakademie Marktoberdorf statt. Interessierte sind herzlich eingeladen, an den Ateliers teilzunehmen. Die Teilnehmergebühr je Atelier beträgt 5 Euro.

Die Informationen rund um die Ateliers sind hier für Sie zusammengestellt:


Gregorianik - Leitung: David Eben, Prag (CZ)

David Eben wurde 1965 in Prag geboren. Schon während des Studiums konzentrierte er sich auf das Gebiet mittelalterlicher Musik, vor allem gregorianischen Choral. Seit 1993 unterrichtet er am Musikwissenschaftlichen Institut der Karlsuniversität in Prag. 2007 erhielt er die Habilitation für Theorie und Praxis des gregorianischen Chorals an der Akademie der musischen Künste in Prag. Er leitet regelmäßig Kurse für Gregorianik in der Schweiz, Frankreich und Belgien. Parallel zu seiner Arbeit auf dem Gebiet der Musikwissenschaft konzentriert sich David Eben auf die Interpretation des gregorianischen Chorals. 1987 gründete er das Ensemble Schola Gregoriana Pragensis, das zahlreiche Einspielungen auf CD und Konzerte in fast allen Ländern Europas, Israel und Japan realisierte.

Die Teilnehmer bekommen einen Einblick in den gregorianischen Gesang. Praktische Elemente, in denen die Sänger unter Anleitung von David Eben, begleitet durch die Schola, selbst singen, vermitteln ein erstes Gefühl für die Musik.

 


Jüdische Chormusik - Leitung: Prof. Andor Izsák, Hannover (D)

Andor Izsák, 1944 in Budapest geboren, studierte an der Franz-Liszt-Musikhochschule. Bereits zu Studienzeiten war er Organist an der Budapester Dohány-Synagoge, der größten Synagoge Europas. Hier gründete er im Jahr 1962 gemeinsam mit dem Kantor Marcel Lorand den Lewandowski-Chor, das erste Ensemble, das nach dem Holocaust wieder synagogale Musik zu Gehör brachte. Nach langjähriger Tätigkeit als Dozent am Béla-Bartók-Konservatorium und an der legendären Fodor-Musikschule siedelte Andor Izsák nach Deutschland über. Aus der intensiven Beschäftigung mit jüdischer Musik ging 1988 das Europäische Zentrum für Jüdische Musik hervor, das seit 1992 ein Institut der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover ist. 2003 wurde Andor Izsák auf die Professur für Synagogale Musik berufen.

Wie klingt jüdische Synagogalmusik, wie fühlt sie sich an. Andor Izsák nimmt die Teilnehmer mit in die musikalische Tradition der Synagogen.

 


Persischer Gesang - Leitung: Maryam Akhondy, Köln (D), Teheran (IR)

Maryam Akhondy, 1957 in Teheran geboren, studierte in ihrer Heimat persischen Gesang und Theaterwissenschaften. Infolge der Revolution wanderte sie nach Deutschland aus, wo sie ihr musikalisches Wirken fortsetzte. Mit ihren hier gegründeten Ensembles Barbad und Banu gastiert sie regelmäßig im In- und Ausland. Die Verbindung westlicher und orientalischer Musikprojekte und die Realisierung auch spartenübergreifender Kulturprojekte kennzeichnen ihre künstlerische Tätigkeit.

Deutsche singen Persisch - kann das funktionieren? Mit Hilfe der Lautmalerei geht das sogar recht einfach. Maryam Akhondy entführt die Teilnehmer anhand ausgewählter Lieder in die Klangwelt persischer Musik.

 


Choral Mantras - Leitung: Ganesh Kumar (IN), Nicol Matt (D)

Nicol Matt gehört zu den deutschen Nachwuchsdirigenten mit internationalem Renomée. Knapp 100 CD-Produktionen mit Einspielungen anspruchsvollster Vokal-, Orchester- und Instrumentalwerke dokumentieren seine künstlerische Vielseitigkeit. Neben seinem intensiven Schaffen mit den eigenen Ensembles, Chamber Choir of Europe und European Chamber Soloists, ist er stets auf der Suche nach Cross-Over-Projekten wie der Realisierung der Aufführung der Choral Mantras.

Diese Vertonungen alter tamilischer Texte stammen aus der Feder von Ganesh Kumar, einem sehr talentierten indischen Komponisten. Von Kindesbeinen an von der Musik fasziniert, studierte Kumar am Trinity College of Music in London. Hauptziel seiner kompositorischen Tätigkeit ist für ihn, eine Musik zu erschaffen, welche die Menschheit begeistert und sie tief in ihrem Inneren berührt. Choral Mantras sind die erste Vertonung alter hinduistischer Gebetstexte in Sanskrit und Tamil, die eigens für Chöre geschrieben wurde.

Im Workshop stellen Nicol Matt und Ganesh Kumar das Projekt vor und lassen die Teilnehmer durch praktische Übungen aktiv an den Herausforderungen bei der Einstudierung fremder Sprachen und musikalischer Traditionen teilhaben.