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Amateurmusik in Deutschland - Zahlen, Daten & Fakten

Weltweit einzigartige Tradition und Moderne 

Mindestens 14 Millionen Menschen in Deutschland musizieren in ihrer Freizeit oder singen in einem Chor. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ), ein Projekt des Deutschen Musikrats, das im Rahmen eines neuen Schwerpunktangebots zum Laienmusizieren Studien und Bevölkerungsumfragen unterschiedlicher Forschungsinstitute sowie eigene Erhebungen ausgewertet hat.

Auf diesen Seiten finden Sie ausführliche Texte und Statistiken zum Amateurmusizieren in Deutschland.


Bundespräsident erklärt, was Musikmachen bewirkt

Frank-Walter Steinmeier zeigt die Vorzüge des gemeinsamen Musizierens von Menschen auf

In seiner Ansprache bei der Verleihung der Zelter- und Pro Musica-Plaketten am 11. März 2018 in Bad Homburg stellte das deutsche Staatsoberhaupt das Verbindende der Musik in den Mittelpunkt: „Wenn ein Stück Musik nach langen Proben gelingt, dann stellt sich dieses Gefühl von Einheit wohl ein, das Empfinden, teilzuhaben an einer sinnvollen Ordnung, teilzuhaben an Gemeinschaft.“

Musik macht glücklich

Und weiter: „Und daraus – wenn’s gut geht – entsteht etwas, das den meisten Menschen ein Grundbedürfnis ist: Harmonie nämlich. Das ist mehr als ein gutes Gefühl, das ist Quelle von Freude und Glück!“ Das sei einer der guten Gründe, warum in Deutschland mehr als zwei Millionen Menschen in Chören singen und knapp 1,5 Millionen in Amateurorchestern musizieren. 

Musik gibt Heimat

Das beschriebene Glücksgefühl schafft zugleich Zugehörigkeit und Heimat, so Bundespräsident Steinmeier. Zum Beleg berichtet er von seiner Mutter, der nach der Vertreibung aus Schlesien nach dem Zweiten Weltkrieg das Singen im Chor geholfen hat, in der für sie fremden Umgebung in Westfalen anzukommen, Anerkennung und Heimat zu finden. Auch aktuell würden diese Erfahrung wieder viele machen, „die als Flüchtlinge zu uns gekommen sind und dann den Weg zum Chorgesang oder zum gemeinsamen Musizieren irgendwo in Deutschland finden.“

Musik ist ein Erinnerungsspeicher

Darüber hinaus wirkt Musik als „Erinnerungsspeicher“, so Steinmeier, denn sie stellt eine Verbindung zur Vergangenheit her. Wir erinnern uns an Melodien und Liedertexte noch im hohen Alter. In der Musik sei alles aufgehoben: Landschaften, Menschen und die Zeit, in der wir sie einmal gehört haben. „Musik“, sagt der Bundespräsident, „ist eine emotionale Mittlerin, unmittelbar und mitunter überwältigend. Das macht sie einzigartig, auch unter den Künsten.“

Steinmeier dankte allen Menschen, die dafür sorgen, dass Musikmachen möglich wird, die „die Noten verwalten, Auftritte organisieren, sich um den Nachwuchs, die Finanzen und um Förderer kümmern.“ So verstünden sich die Zelter-Plakette und die Pro Musica-Plakette über die Auszeichnung der langen musikalischen Arbeit hinaus auch als Dank an die vielen Ehrenamtlichen, die sich um Organisation und Administration kümmern und ohne die das alles nicht zu machen wäre.

Die vollständige Rede des Bundespräsidenten bei dem Festakt ist auf seiner Website nachzulesen: http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Frank-Walter-Steinmeier/Reden/2018/03/180311-Zelter-Musicaplakette.html 


Informationsportal des Deutschen Musikrates

Vollständiger Text

14 Millionen Laienmusizierende in Deutschland

MIZ veröffentlicht Daten zu Musizierenden im Amateurbereich

Mindestens 14 Millionen Menschen in Deutschland musizieren in ihrer Freizeit oder singen in einem Chor. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ), ein Projekt des Deutschen Musikrats, das im Rahmen eines neuen Schwerpunktangebots zum Laienmusizieren Studien und Bevölkerungsumfragen unterschiedlicher Forschungsinstitute sowie eigene Erhebungen ausgewertet hat. 

Danach lässt sich für den Bereich des instrumentalen Laienmusizierens ein Anteil von rund 13 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren nachweisen, das entspricht rund 9 Millionen Menschen, die ein Musikinstrument spielen. Etwa 4 Millionen singen in einem Chor oder einem anderen Ensemble. Naturgemäß kommt es jedoch zu Überschneidungen in den beiden Gruppen. 32 Prozent der Sängerinnen und Sänger geben an, ebenfalls ein Musikinstrument zu spielen, so dass sich die Summe der Musizierenden ab 14 Jahren insgesamt auf rund 12 Millionen beläuft. Hinzu kommen hochgerechnet mindestens 2 Millionen Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 2 und 13 Jahren, die regelmäßig singen, ein Instrument spielen oder sich anderweitig musikalisch betätigen. 

Verbände organisieren 3,7 Millionen Laienmusizierende

Über ein Fünftel der deutschen Amateurmusikerinnen und -musiker, das sind rund 3 Millionen, ist in den Verbänden des instrumentalen und vokalen Laienmusizierens aktiv. Hinzu kommen etwa 700.000 Musikbegeisterte, die als fördernde Mitglieder die Entwicklung der Verbandstätigkeiten unterstützen und begleiten. Insgesamt verzeichnen die Laienverbände damit rund 3,7 Millionen Mitglieder. Mit 2,2 Millionen gehört ein großer Teil den Chorverbänden an, die insgesamt 60 Prozent der Verbandsmitglieder organisieren. Zwei von Dreien zieht es dabei in weltliche Chöre, während sich im kirchlichen Bereich jedes dritte Mitglied engagiert. Die Bandbreite der mittlerweile stark ausdifferenzierten Chorlandschaft reicht vom klassischen Männergesangverein über Gospel- und Barbershop-Chöre bis hin zu so genannten Showchoirs, die Popmusik, Elemente des Musicals und andere Vokalmusik kombinieren und mit Tanz und Bühnenchoreografie aufführen. 

Die Vielfalt und Ausdifferenzierung der Ensembles, die bei den Chören zunehmend zu beobachten ist, war schon immer auch ein Kennzeichen des instrumentalen Laienmusizierens. Die rund 1,5 Millionen Verbandsmitglieder des instrumentalen Laienmusizierens spielen in Akkordeonorchestern, Sinfonie- und Streichorchestern, Zupforchestern und Zithermusikgruppen sowie in verschiedenen kirchlichen Instrumentalgruppen. Die meisten jedoch sind in Blasorchestern und Spielmannszügen engagiert, die mit fast 80 Prozent den höchsten Mitgliederanteil unter den Verbänden des instrumentalen Laienmusizierens aufweisen.

Die Gewinnung von musikalischem Nachwuchs nimmt in den Laienverbänden mittlerweile einen hohen Stellenwert ein. Insgesamt 800.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene musizieren zurzeit in den Verbänden. Die Anzahl derjenigen, die in verbandlich organisierten Chören singen, liegt aktuell bei 380.000 oder 17 Prozent der aktiven Sängerinnen und Sänger. Etwas höher zeichnet sich dagegen die Zahl der jungen Leute ab, die in einem Verein ein Musikinstrument spielen. Über die Hälfte der aktiven Mitglieder der instrumentalen Laienmusikverbände, rund 420.000, sind im Kindes-, Jugend- oder jungen Erwachsenenalter. 

Über die Mitglieder der Verbände des instrumentalen und vokalen Laienmusizierens hinaus sind weitere Gruppen von Amateurmusikerinnen und -musikern statistisch erfassbar. Dazu zählen vor allem die Musikschüler an Musikschulen des VdM mit über einer Million Schülerinnen und Schülern sowie die jährlich rund 95.000 Teilnehmer an musikpraktischen Kursen der Volkshochschulen. Des Weiteren erhalten nach einer Hochrechnung des Deutschen Jugendinstituts 340.000 bis 450.000 der 9- bis 12-Jährigen und 500.000 bis 630.000 der 13- bis 17-Jährigen Unterricht bei Privatmusiklehrerinnen und -lehrern; hinzu kommen Schülerinnen und Schüler an privaten Musikschulen sowie Privatschüler in den Altersgruppen außerhalb der 9- bis 17-Jährigen, über die derzeit jedoch keine Daten vorliegen. Die Anzahl der Kinder und Jugendlichen, die in Schulorchestern und chören, Bands und anderen Ensembles der allgemein bildenden Schulen musizieren, beläuft sich nach Hochrechnungen des MIZ auf insgesamt ca. 820.000.

Neues Informationsangebot zum Laienmusizieren im Internet

Die aufgeführten Daten sind Teil eines neuen Schwerpunktangebots des MIZ, das über die vielfältigen Facetten und Ausdifferenzierungen der Chor- und Ensemblelandschaft, über gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen sowie über Fördermaßnahmen und Fortbildungsangebote im Bereich des Laienmusizierens informiert. Im Zentrum des Angebots steht ein neuer Fachbeitrag, ergänzt durch zahlreiche Grafiken und statistische Zeitreihen, die eine zusätzliche Ausdifferenzierung beispielsweise nach Altersgruppen oder demografischen Merkmalen ermöglichen. Darüber hinaus werden Detailinformationen u.a. zu Fragestellungen oder Stichprobengrößen der einzelnen Untersuchungen vermittelt. Informationen zur Infrastruktur des Laienmusizierens runden das neue Angebot ab. In diesem Zusammenhang hat das MIZ ein Verzeichnis von Wettbewerben, Preisen und Stipendien im Amateurbereich erstellt, in dem allein über 200 bundesweite Fördermaßnahmen erfasst wurden. 

Erreichbar ist das neue Schwerpunktangebot zum Laienmusizieren in Deutschland unter:
http://www.miz.org/fokus_laienmusizieren.html.

(Quelle: Pressemitteilung des MIZ, 13. November 2014, www.miz.org)