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Texte

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Astrid Reimers: Laienmusizieren in Deutschland

Mit schätzungsweise 14 Millionen Menschen, die in ihrer Freizeit Musik machen, ist das Laienmusizieren eine der größten Bewegungen des bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland. Bürgerschaftliches En- gagement ist das wesentliche Element der Zivilge- sellschaft, der dritten Schlüsselinstitution demokrati- scher Gesellschaften neben Staat und Wirtschaft. Es ist die kulturelle Ausgleichskraft im Prozess der Globa- lisierung. „Kultur“ beinhaltet dabei wesentlich mehr als nur den künstlerischen Bereich: Sie ist die Kraft der selbstbestimmten Gestaltung individuellen Lebens und der Entfaltung aller menschlichen Potenziale im Individuum. Dies ist der Grund, warum durch die Ak- tivitäten der Zivilgesellschaft Vielfalt entsteht, eine Vielfalt, die der „ökonomisierten Monotonie“ (Ernst Ulrich von Weizsäcker) entgegentritt. Diese Vielfalt ist auch eines der hervorstechenden Merkmale des Laienmusizierens. Genres, Repertoires und Gruppen haben sich zunehmend in den letzten Jahren ausdif- ferenziert, sei es im Bereich der Chöre, Orchester oder der Pop- und Rockbands. Durch Vielfalt entsteht kul- tureller Reichtum.

Der Begriff Laienmusizieren meint einen nicht-professionellen, aktiven Umgang mit Musik. „Nicht-profes- sionell“ bedeutet, den Lebensunterhalt nicht hauptsächlich durch Musizieren oder Singen zu bestreiten. „Aktiv“ heißt, sich Musik anzueignen und wiederzugeben. Der Gegensatz professionell/nicht-professionell ist dabei nur ein vereinfachendes Konstrukt. Jede und jeder kennt den begehrten Chor-Tenor, dem für die Teilnahme an einem Chorkonzert ein Honorar oder eine Aufwandsentschädigung gezahlt wird. Ein professi- oneller Sänger ist dieser Tenor definitionsgemäß dennoch nicht. Man denke auch an die Amateur-Rockband, die jahrelang womöglich nur gegen freie Getränke auf kleinen Bühnen gespielt hat, plötzlich aber höhere Gagen erzielt und von ihren Auftritten und CD-Verkäufen leben kann. Die Übergänge zwischen den Polen des hauptberuflichen und des „Freizeit“-Künstlers sind oft fließend, besonders im Bereich der popularen Musik. Auch das Jahrhunderte alte kulturelle Erbe der Chormusik wird fast ausschließlich von Laienchören getragen. 

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(Stand: 13. November 2014 / Quelle: www.miz.org)

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